Artikel in Ihrem Warenkorb

Zwischensumme:
: zzgl. Versandkosten

« zurück

Informationen zu Mooreichenholz

Mooreiche ist ein faszinierendes Material, das schon seit Jahrhunderten Menschen fasziniert und beschäftigt, es hat in Kunst und Handwerk breite Verwendung gefunden und ist heute mehr denn je ein Holz, aus dem nur hochwertige und feine Objekte gefertigt oder mit diesem Holz veredelt werden. Wir sind durch lange Erfahrung zu Experten in Sachen Mooreiche geworden, deshalb hier ein paar Erklärungen zu Umgang, Lagerung und Bewertung dieses schwierigen Holzes!

Mooreiche ist an sich überhaupt nicht selten, fast jeden Tag werden in Nordeuropa bei Erdarbeiten, Aushüben, Flussvertiefungen, Baggerabeiten in Kies- und Sandgruben in der Erde lagernde Stämme gefunden, die meist sogar ein echtes Ärgernis für die Arbeiter darstellen. Ein in der Erde feststeckender, oft tonnenschwerer Stamm lässt sich nicht so einfach entfernen, meistens muss da sogar ein Kran zur Hilfe geholt werden.

Wenn dieses Ärgernis dann endlich beseitigt, der Brocken geborgen ist und die Arbeiten fortgesetzt werden können, geht es gleich weiter: wohin mit dem Trumm? Selbst wenn der Stamm noch halbwegs intakt und nicht völlig zersetzt und rissig ist, setzt jetzt ein schnell fortschreitender Prozess des Zerfalls und der Rissbildung ein, der besonders bei warmem Wetter in kurzer Zeit zur völligen Zerstörung des Holzes führen kann.

Man kann die Stämme in Folien einschlagen, was aber fast immer einen Fäulnisprozess mit Pilzbefall und Schimmelbildung in Gang setzt, man kann das Holz dauerhaft mit einem Rasensprenger beregnen und damit den Zustand eine Zeit lang konservieren, doch ein sofortiger Einschnitt des Stammes im Sägewerk zu Bohlen und Brettern hat sich als sichere Methode erwiesen, dieses wertvolle Material nutzbar zu machen. Allerdings sind bei Sägewerkern Mooreichenstämme gar nicht beliebt, in den meisten Fällen befinden sich Sand oder kleine Steinchen im Holz, die recht zuverlässig jedes teure Sägeblatt ruinieren...

Jetzt kann auch erstmals die Farbe der Mooreiche beurteilt werden: am gesuchtesten ist natürlich eine tiefschwarze Farbe, die aber nur unter dem glücklichen Zusammenwirken verschiedener Faktoren wie Holzinhaltsstoffen, Eisenionen, Sauerstoffabschluss und Moorwasser zustande kommt. Sehr oft sind Mooreichenstämme nur hell Gelbgrau, Braun bis Grau gefärbt, was natürlich weitaus deutlich geringer bewertete Farben sind. Auf den Einschnitt im Sägewerk folgt dann eine jahrelange Lagerung in verschiedenen Räumen mit unterschiedlich abgestuften Luftfeuchteverhältnissen, bis die Bohlen nach etlichen Jahren, vielfachem Umstapeln, Umlagerungen in andere Räume und sehr viel Geduld dann irgendwann so weit getrocknet sind, dass man sie normalen Klimabedingungen aussetzen kann. Unter diesen normalen Bedingungen trocknet das Holz dann auf eine relative Feuchte von ca. 10 % herunter, damit kann die Mooreiche anschließend wie übliches Holz weiter verarbeitet werden.

Durch die Trocknung entstehen im Holz natürlich große Spannungen, die sich in extremen Verwerfungen, Rissen und Verzug äußern können, Sie finden einige Fotos solcher krummer Stücke in der Fotogalerie. Die Trocknung muss also einfach sehr langsam und schonend bei ständiger  Überwachung der Holzfeuchte geschehen. Trotz sorgfältiger Trocknung sind in Mooreichenholz immer mehr oder weniger starke Risse zu finden, auch morsche Stellen oder durch Pilze verfärbte Stellen müssen aus dem Holz herausgeschnitten werden, so dass am Ende nur etwa 30-50 % des geborgenen Holzes verarbeitet werden können. Je größer und länger die Maße der gewünschten Zuschnitte werden, desto stärker steigt aber auch der Ausschuss an, immer wieder vorkommende Risse können dann auch schon mal den Auszusortierenden Verschnitt auf 80 - 90 % anwachsen lassen. Wir nutzen dieses Holz für vielfältige Anwendungen, und selbst die beim Zuschnitt von Fixmaßen anfallenden Reste, Abschnitte und minimal fehlerhafte Stücke werden in Sortimenten zusammengefasst und verkauft, dieses tausende von Jahren alte präfossile Material ist es einfach wert, ihm mit besonderem Respekt zu begegnen!

 

 

06.03.2010