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Bei Baggerarbeiten in einer Grube in Norddeutschland wurde der Stamm dann im Jahr 2011 in einer Tiefe von ca. 20 Metern gefunden und geborgen, und nun wird dieser ca. 60 cm dicke Stamm, zu Bohlen aufgeschnitten, viele Jahre einem sehr langsamen und aufwendigen Trocknungsprozess unterworfen, um dann irgendwann -hoffentlich halbwegs rissfrei- als verarbeitbares trockenes Mooreichenholz in unserem Webshop aufzutauchen. Besonders die fast pechschwarze Farbe ist recht ungewöhnlich, aber nach 6400 Jahren im Morast eigentlich auch nicht anders zu erwarten gewesen!
Obwohl wir Spezialisten für Mooreichen sind, haben wir doch bisher oft deutlich jüngeres Holz gehabt, die meisten Altersbestimmungen wiesen als Alter nur ca. 2000 Jahre aus. Dieser Eichenstamm aus der Jungsteinzeit (Neolithikum, ca. 5000–3000 v. Chr.) ist damit sogar etwa 1000 Jahre älter als die berühmteste Gletscherleiche der Kupfersteinzeit, des Ötzi, welcher um 3200 v. Chr. gelebt haben dürfte.

 
 
 
 
 
 
 
 

Mooreiche ist ein faszinierendes Material, das schon seit Jahrhunderten Menschen fasziniert und beschäftigt, es hat in Kunst und Handwerk breite Verwendung gefunden und ist heute mehr denn je ein Holz, aus dem nur hochwertige und feine Objekte gefertigt oder mit diesem Holz veredelt werden. Wir sind durch lange Erfahrung zu Experten in Sachen Mooreiche geworden, deshalb hier ein paar Erklärungen zu Umgang, Lagerung und Bewertung dieses schwierigen Holzes!
Mooreiche ist an sich überhaupt nicht selten, fast jeden Tag werden in Nordeuropa bei Erdarbeiten, Aushüben, Flussvertiefungen, Baggerabeiten in Kies- und Sandgruben in der Erde lagernde Stämme gefunden, die meist sogar ein echtes Ärgernis für die Arbeiter darstellen. Ein in der Erde feststeckender, oft tonnenschwerer Stamm lässt sich nicht so einfach entfernen, meistens muss da sogar ein Kran zur Hilfe geholt werden.
Wenn dieses Ärgernis dann endlich beseitigt, der Brocken geborgen ist und die Arbeiten fortgesetzt werden können, geht es gleich weiter: wohin mit dem Trumm? Selbst wenn der Stamm noch halbwegs intakt und nicht völlig zersetzt und rissig ist, setzt jetzt ein schnell fortschreitender Prozess des Zerfalls und der Rissbildung ein, der besonders bei warmem Wetter in kurzer Zeit zur völligen Zerstörung des Holzes führen kann.
Man kann die Stämme in Folien einschlagen, was aber fast immer einen Fäulnisprozess mit Pilzbefall und Schimmelbildung in Gang setzt, man kann das Holz dauerhaft mit einem Rasensprenger beregnen und damit den Zustand eine Zeit lang konservieren, doch ein sofortiger Einschnitt des Stammes im Sägewerk zu Bohlen und Brettern hat sich als sichere Methode erwiesen, dieses wertvolle Material nutzbar zu machen. Allerdings sind bei Sägewerkern Mooreichenstämme gar nicht beliebt, in den meisten Fällen befinden sich Sand oder kleine Steinchen im Holz, die recht zuverlässig jedes teure Sägeblatt ruinieren...
Jetzt kann auch erstmals die Farbe der Mooreiche beurteilt werden: am gesuchtesten ist natürlich eine tiefschwarze Farbe, die aber nur unter dem glücklichen Zusammenwirken verschiedener Faktoren wie Holzinhaltsstoffen, Eisenionen, Sauerstoffabschluss und Moorwasser zustande kommt. Sehr oft sind Mooreichenstämme nur hell Gelbgrau, Braun bis Grau gefärbt, was natürlich weitaus deutlich geringer bewertete Farben sind. Auf den Einschnitt im Sägewerk folgt dann eine jahrelange Lagerung in verschiedenen Räumen mit unterschiedlich abgestuften Luftfeuchteverhältnissen, bis die Bohlen nach etlichen Jahren, vielfachem Umstapeln, Umlagerungen in andere Räume und sehr viel Geduld dann irgendwann so weit getrocknet sind, dass man sie normalen Klimabedingungen aussetzen kann. Unter diesen normalen Bedingungen trocknet das Holz dann auf eine relative Feuchte von ca. 10 % herunter, damit kann die Mooreiche anschließend wie übliches Holz weiter verarbeitet werden.
Durch die Trocknung entstehen im Holz natürlich große Spannungen, die sich in extremen Verwerfungen, Rissen und Verzug äußern können, Sie finden einige Fotos solcher krummer Stücke in der Fotogalerie. Die Trocknung muss also einfach sehr langsam und schonend bei ständiger  Überwachung der Holzfeuchte geschehen. Trotz sorgfältiger Trocknung sind in Mooreichenholz immer mehr oder weniger starke Risse zu finden, auch morsche Stellen oder durch Pilze verfärbte Stellen müssen aus dem Holz herausgeschnitten werden, so dass am Ende nur etwa 30-50 % des geborgenen Holzes verarbeitet werden können. Je größer und länger die Maße der gewünschten Zuschnitte werden, desto stärker steigt aber auch der Ausschuss an, immer wieder vorkommende Risse können dann auch schon mal den Auszusortierenden Verschnitt auf 80 - 90 % anwachsen lassen. Wir nutzen dieses Holz für vielfältige Anwendungen, und selbst die beim Zuschnitt von Fixmaßen anfallenden Reste, Abschnitte und minimal fehlerhafte Stücke werden in Sortimenten zusammengefasst und verkauft, dieses tausende von Jahren alte präfossile Material ist es einfach wert, ihm mit besonderem Respekt zu begegnen!

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Wir konnten einen schönen Posten Mooreiche ergattern, den wir gerade in unserem Keller eingelagert haben. Diese Mooreiche ist um ca. 500 n. Ch. in der Nähe von Bad Gandersheim gewachsen, bis dieser Baum mit einem Alter von ca. 150 Jahren durch einen Sturm oder ähnliches unter die Wasseroberfläche oder unter morastigen Boden geriet.  Unter  Sauerstoffabschluss lag dieser 8 Meter lange und ca. 60 cm dicke Stamm dann bei optimalen Bedingungen bis zum Jahr 2008 gut geschützt in der Erde und überdauerte die letzten 1500 Jahre der Zeitgeschichte, bis dieser Stamm dann bei Pflegearbeiten in einem Gewässer gefunden und geborgen werden konnte. Die rissfreie Trocknung solcher Mooreichen ist ein großes Problem, das wir aber lösen konnten- wir sind zuversichtlich, ab Herbst 2010 Stücke von diesen wunderschönen und bemerkenswert breiten, schön dunklen Bohlen unseren Kunden über den Webshop anbieten zu können!

 
 
 
 
 
 

Wir freuen uns, Ihnen mal wieder etwas ganz Besonderes bieten zu können: wir konnten ein paar Knollen bzw. Abschnitte von außerordentlich schönem Honduras-Palisander-Maserholz ergattern und haben die größte Knolle schon aufgeschnitten. Uns hat es den Atem verschlagen- so schöne und weitestgehend gesunde, fehlerfreie Maserknollen sieht man nur selten. Zunächst sind unsere Messergriffblöcke und Pen Blanks aus diesem neuen Holz geschnitten, demnächst folgen auch größere massive Stücke dieser Knollen. Hier sehen Sie ein paar Fotos der Maserknollen während der Aufarbeitung!

 
 
 
 
 
 



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